Wolke

über

Dogern

Peter Lenk

Vielen Dank an:

Peter Lenk für seinen außergewöhnlichen Einsatz

Kunstschmiede Klink für die Stahlkonstruktion

Achim Mende, Fotograf in Überlingen am Bodensee

Dr. Tanja Junge, welche für die „Fliehende Braut“ Modell gesessen hat

Gemeinde Dogern für die Bereitstellung des Aufstellungsortes

BM Fabian Prause für die aktive Unterstützung

Architekt Michael Binkert für die Planung und Umsetzung der Baumaßnahmen

Die Skulpturen-Ensembles von Peter Lenk wurden von Benjamin Henrichs, dem bekannten Theaterkritiker der ZEIT, mit „steinernen Theaterstücken“ verglichen.

 

 

Wer spielt welche Rolle in dem neuesten Stück „Wolke über Dogern“?

Das Dorf liegt direkt am Rhein gegenüber dem Schweizer Atomkraftwerk Leibstadt.

Frühmenschen der Jungsteinzeit haben in Dogern schon vor etwa 3000 Jahren ihre Spuren hinterlassen. Eine Steinaxt sowie ein bronzener Dolchgriff wurden ausgegraben. Die Menschen führten ein extrem raues Leben in ihren Höhlen. Bleibt zu hoffen, dass wir dort nicht wieder strahlend einziehen müssen.

1128 tauchte „Henricus a Togern“ auf. Schwer angeschlagen von den christlichen Raubzügen im „Heiligen Land“ kehrte er zurück. Vermutlich wurde er zum Namensgeber für das heutige Dorf.

1796 war für Dogern ein Schreckensjahr. Auf ihrem Rückzug plünderten Franzosen das Dorf und steckten Häuser in Brand. Die Dorfbewohner konnten fliehen. In solchen  Zeiten der Not bekräftigten die Dogerner ihr Gelübde, jedes Jahr eine Wallfahrt nach Todtmoos durchzuführen.

Auf der anderen Seite des Denkmals geht es um „Schattengeld“. Dem listigen
Bürgermeister Karl-Heinz Wehrle ist etwas Unglaubliches gelungen: Weil die Dampfwolke Dogern zeitweise das Sonnenlicht nimmt, ergatterte er von den Schweizern eine Spende von 300.000 DM für den Bau eines Altersheims. Dieses vermeintliche Recht auf Sonne inspirierte mich, Episoden der Dogerner Geschichte auf einer AKW-Wolke darzustellen.

Kurios ist der Pfarrer, der mit einem Kahn in die vom Rhein überschwemmte Dorfkirche einfuhr, um die Monstranz und andere sakrale Gegenstände zu retten.

1971 folgte die Bürgeranhörung zur Eingemeindung Dogerns nach Waldshut. Sie wurde abgelehnt, weil man lieber mit Albbruck zusammengehen wollte. Das Innenministerium blockierte dies jedoch vehement. So konnte Dogern seine Eigenständigkeit bewahren und eine Zwangsehe verhindern. Eine Fahne schwingend, flieht die Dogerner Braut vor dem Waldshuter Bräutigam und den Brautjungfern.

Am Rand der Dampfwolke blitzen Ionen-Teufel auf: AKW-Lobbyisten, die das Endlager für den strahlenden Atommüll keinesfalls in der Nähe ihres Eigenheimes haben wollen.